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Qualifizierungschancengesetz: Arbeitsagentur fördert Ihre Weiterbildung

Seit Januar gilt ein neues Gesetz zur Weiterbildung von Beschäftigten. Was genau hat sich verändert und welche Möglichkeiten gibt es nun für Unternehmen und Beschäftigte, Weiterbildungen zu absolvieren? Dazu ein Interview mit Dr. Reinhard Langer, Geschäftsführer Operativ der Agentur für Arbeit Meschede-Soest.

Das Qualifizierungschancengesetz gibt es jetzt seit gut 7 Monaten. Was genau hat sich verändert?

Das Qualifizierungschancengesetz eröffnet viele Möglichkeiten der Weiterbildungsförderung, die bisher nur einem eingeschränkten Personenkreis zur Verfügung standen. Wir können jetzt mehr Unternehmen flexibler bei der Weiterbildung ihrer Beschäftigten unterstützen.

Was heißt das konkret?

Neu ist, dass auch Weiterbildungen für die Beschäftigten bezahlt werden können, deren berufliche Tätigkeiten durch Technologien ersetzt oder vom Strukturwandel bedroht werden. Unabhängig vom Alter oder von anderen Faktoren. Natürlich können wir, wie bisher auch, Geringqualifizierte und ältere Menschen bei Weiterbildung unterstützen.

Also der Handwerker, der jetzt auch Smart-Home-Geräte installiert?

Genau. Oder der Kfz-Mechaniker, der nun auch Elektroautos repariert.

Welche Kosten werden übernommen?

Für die jeweilige Förderhöhe unterteilt das Gesetz die Betriebe in verschiedene Größenordnungen von 1 bis 10, bis 250, bis 2.500 und ab 2500 Beschäftigte. Dabei wird der Zuschuss immer geringer je größer das Unternehmen ist.

Was heißt das beispielsweise für ein kleines Unternehmen?

Die größte Förderung gibt es für Kleinstunternehmen mit weniger als 10 Beschäftigten. So können wir als Arbeitsagentur die kompletten Weiterbildungskosten übernehmen und zusätzlich einen Zuschuss zum Arbeitsentgelt in Höhe von bis zu 75 Prozent für die Zeiten zahlen, in denen der Mitarbeiter an der Qualifizierungsmaßnahme teilgenommen und nicht gearbeitet hat. Kleine und mittlere Unternehmen mit 10 bis 249 Beschäftigten erhalten Zuschüsse zu den Lehrgangskosten in Höhe von bis zu 50 Prozent. Auch hier kann zusätzlich ein Zuschuss zum Arbeitsentgelt in Höhe von bis zu 50 Prozent durch die Arbeitsagentur übernommen werden, für die Zeiten, in denen der Mitarbeiter aufgrund der Weiterbildungsteilnahme nicht gearbeitet hat.

Was sollten Unternehmen nun tun?

Als erstes sollten Unternehmen gemeinsam mit ihren Beschäftigten die Qualifizierungsbedarfe analysieren und dann auf ihren persönlichen Ansprechpartner im Arbeitgeberservice zu gehen oder die Hotline 0800 4 5555 20 kontaktieren. Es ist wichtig, dass das Unternehmen rechtzeitig auf uns zukommt. Dann prüfen wir die individuellen Voraussetzungen und geben einen Bildungsgutschein aus. Dieser wird direkt beim Bildungsträger eingelöst.

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