News-Details

Landesregierung veröffentlicht "Strategie für das digitale Nordrhein-Westfalen"

Wirtschafts- und Digitalminister Prof. Dr. Andreas Pinkwart hat dem Landtag Nordrhein-Westfalen die Strategie für das digitale Nordrhein-Westfalen 2019 vorgelegt.

Die Ergebnisse der umfangreichen Beteiligung der Öffentlichkeit im Jahr 2018 sind in die Weiterentwicklung eingeflossen. Neu aufgenommen wurde unter anderem eine Vision für das digitale Nordrhein-Westfalen, die die digitalen Chancen illustrieren und greifbar machen soll. Außerdem wurde der Anregung gefolgt, die Zielsetzung zu präzisieren: Insgesamt wurden 44 konkrete Ziele in allen Handlungsfeldern hinzugefügt.
„Wir wollen Vorreiter werden und Nordrhein-Westfalen bis 2025 in die digitale Spitzengruppe führen, damit wir zum innovativsten und umweltfreundlichsten Industrie- und Dienstleistungsstandort Europas werden. Mit einem Platz im Mittelfeld dürfen wir uns nicht länger zufrieden geben“, sagte Minister Prof. Dr. Pinkwart: „Wir wollen die Digitalisierung Deutschlands von Nordrhein-Westfalen aus prägen und vorantreiben.“

Alle Ressorts der Landesregierung sind an Konzeption und Umsetzung der Digitalstrategie in ihren fünf Fokus- und vier Schnittstellenthemen beteiligt. Einige Beispiele für Themen:

  • Im Bereich Wirtschaft soll die Zahl der Ausgründungen aus den Hochschulen in Nordrhein-Westfalen insbesondere durch die Exzellenz Start-up Center bis zum Jahr 2024 um mindestens 50 Prozent steigen.
    Die Wagniskapital-Investitionen in Start-ups sollen bis 2022 auf eine halbe Milliarde Euro anwachsen und damit gegenüber 2017 verfünffacht werden.
    Wir möchten mittelständische Unternehmen zu Investitionen in die Digitalisierung ermuntern. Hierzu streben wir für den neuen Digitalisierungskredit der NRW.BANK ein Volumen von einer halben Milliarde Euro bis 2022 an.
  • Die Digitalisierung der schulischen Bildung konzentriert sich auf die Vermittlung von Medienkompetenzen, die Qualifizierung von Lehrkräften und den Zugang zu digitalen Medien. Bis 2022 wird die Landesregierung in Kooperation mit den Kommunen alle Schulen an ein leistungsfähiges Gigabit-Netz anschließen. In Kürze wird das Ministerium für Schule und Bildung zudem eine Förderrichtlinie zur Umsetzung des DigitalPakt Schule mit dem Bund vorlegen.
  • Für die Digitalisierung an den Hochschulen übernimmt die „Digitale Hochschule NRW“, in der 42 Universitäten, Fachhochschulen, Kunst- und Musikhochschulen mit dem Land zusammenarbeiten, eine entscheidende Rolle. Das Ministerium für Kultur und Wissenschaft unterstützt den Prozess seit Jahresbeginn mit jährlich 50 Millionen Euro. E-Learning Projekte wie hm4mint.nrw für Mathematik und der Aufbau einer Hochschulcloud.nrw sind gestartet.
  • Die Veränderungen der Arbeitswelt durch die Digitalisierung begleiten Arbeits- und Wirtschaftsministerium im Dialog mit Sozialpartnern, Kammern, Arbeitsagentur und Wissenschaft in der „Initiative Wirtschaft & Arbeit 4.0“. Die Regionen entwickeln mit den Regionalagenturen im Dialogprozess „NRW 4.0“ Aktivitäten.
  • Das Thema Mobilität bewegt: 26 Prozent der Teilnehmer der Online-Beteiligung sehen darin eines der drei wichtigsten Digitalisierungsthemen. Das Verkehrsministerium plant u.a., die Anzahl dynamischer Wegweiser mit integrierter Stauinformation zu erhöhen. Bis 2021 sollen mehr als 40 neue sogenannte „dWiSta-Tafeln“ errichtet werden. Weitere Maßnahmen: stadtverträgliche LKW-Navigation, digitale Erfassung von Mobilstationen und ÖPNV-Haltestellen und das verbundübergreifende E-Ticket.
  • Im Bereich von Forschung und Innovation ist die Entwicklung zum Masterplan Künstliche Intelligenz und zur Kompetenzplattform KI.NRW beschrieben. „KI made in NRW“ soll von dem Dreiklang „Exzellenz in Forschung und Bildung“, „Erfolg in der Wirtschaft“ und „Ethik in der Umsetzung“ geleitet sein.
  • Wir bereiten die Gründung des Europäischen Blockchain-Instituts am Fraunhofer Institut für Materialfluss und Logistik in Dortmund vor und entwickeln im Rheinischen Zukunftsrevier ein Reallabor für Blockchain-Anwendungen.Dazu Minister Prof. Dr. Pinkwart: „Wir wollen, dass Nordrhein-Westfalen bei der nächsten Entwicklungsstufe des ‚Internets der Werte‘ ein Vorreiter ist.“

In allen Ressorts gibt es zahlreiche ehrgeizige Digitalisierungsprojekte, die in der Digitalstrategie beschrieben werden.

Die „Strategie für das digitale Nordrhein-Westfalen“ wurde in gut einem Jahr ressortübergreifend entwickelt. Den im Juli 2018 vorgestellten Entwurf hat die Landesregierung mit Experten, Verbänden sowie Bürgerinnen und Bürgern in einem breiten Beteiligungsprozess online und in Veranstaltungen diskutiert. Mehr als 2.000 Rückmeldungen wurden ausgewertet und flossen in die nun vorgelegte und vom Landeskabinett beschlossene Strategie ein. Ein weiterer Beitrag zu den Ergebnissen der Beteiligung wird in Kürze folgen.

Explizit bedankte sich Minister Prof. Dr. Pinkwart für die wichtige Unterstützung: „Ich bedanke mich auch bei allen Expertinnen und Experten, Vertreterinnen und Vertretern von Verbänden und Institutionen wie allen interessierten Bürgerinnen und Bürgern, die im vergangenen Jahr unseren breit angelegten Beteiligungsprozess bereichert haben.“

Die gesamte Studie finden Sie hier.

Zurück