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Impressionen des 6. Schmallenberger Wirtschaftsgesprächs

Um wettbewerbsfähig zu bleiben, sollte sich jeder Unternehmer mit den zukünftigen Entwicklungen der Arbeit auseinandersetzen und rechtzeitig hierfür die notwendigen Voraussetzungen treffen. Die Wirtschaftsförderung Schmallenberg Unternehmen Zukunft e.V. (SUZ) griff das Thema „Zukunft der Arbeit“ daher für das 6. Schmallenberger Wirtschaftsgespräch im Romantik- und Wellnesshotel Deimann auf. Referenten der TU Dortmund und der Fachhochschule Südwestfalen gaben Einblicke in den derzeitigen Wandel der Erwerbsarbeit sowie Handlungsempfehlungen für Unternehmen im Umgang mit Mitarbeitern.

In seiner Begrüßungsrede unterstrich der erste Vorsitzende von SUZ, Heinz-Josef Harnacke, die Bedeutung des Themas Industrie 4.0. für den Mittelstand.  Mit der Digitalisierung der Industrie hat der deutsche Mittelstand große Chancen weiterhin global wettbewerbsfähig zu sein. Eine Kernaufgabe des heutigen Managements ist die Effizienzsteigerung in den Unternehmen. Mit der Umsetzung von Industrie 4.0 wird die Fabrik der Zukunft flexibler, effizienter und intelligenter, indem Maschinen, Anlagen und Produkte durch die Digitalisierung miteinander vernetzt werden. Hierbei verschmelzen Informationstechnik, Telekommunikation und Fertigungstechnik. Durch die 4. Industrierevolution wird sich die zukünftige Arbeitswelt erheblich verändern.

Herr Dr. Peter Ittermann von der TU Dortmund zeigte im ersten Expertenvortrag die Herausforderungen der zukünftigen Arbeitswelt auf. Nach aktuellen Prognosen hat die fortschreitende Technologisierung Auswirkungen auf 18,3 Mio. Arbeitsplätze in Deutschland, da vor allem der Bedarf an niedrig qualifizierten Arbeitern in der industriellen Produktion sinken wird. Dagegen steigt zukünftig der Bedarf an Fachkräften im Handwerk enorm. Jedoch besteht schon heute vor allem in diesem Bereich ein Mangel an Nachwuchskräften. Durch die Digitalisierung gibt es aber auch positive Entwicklungen für die Mitarbeiter. Es entwickeln sich neue Möglichkeiten zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie, zum selbstbestimmten, autonomen und vernetzten Arbeiten und zu altersspezifischen Arbeits- und Lebensmodellen. In diesem Zusammenhang betonte Dr. Ittermann, dass es zur Sicherung des Arbeitskräfteangebots besonders wichtig sei, ältere Arbeitskräfte länger im Job zu halten und mit Fortbildungsmaßnahmen an neue Arbeitssysteme und -prozesse heranzuführen. Jedoch müssen sich Mitarbeiter zukünftig auch auf neue prekäre Arbeitsformen sowie auf eine Leistungsverdichtung einstellen. Dr. Ittermann beendet seinen Vortrag mit der prägnanten Aussage: „Die Zukunft der Arbeit ist in der Konsequenz offen, aber auch gestaltbar. Die Herausforderung besteht in der Entwicklung eines grundlegend neuen Leitbilds von digitaler Arbeit.“

Anschließend wechselte Dr. Guido Hölker in seinem Vortrag „Sie haben uns gerade noch gefehlt! Neue Personal- und Führungsarbeit“ auf die Ebene der Unternehmensführung. Durch das Eintreten der Generationen Y und Z in den Arbeitsmarkt sehen sich viele Unternehmen mit neuen Wertevorstellungen und Ansprüchen konfrontiert. Dr. Hölkers Ansatz zur Kommunikation und zur Führung der verschiedenen Generationen liegt in der Schaffung eines gemeinsamen Werteverständnisses anstatt in der Implementierung  festgelegter Maßnahmen. „Unternehmenswerte müssen konsistent vorgelebt und kommuniziert werden. Nur so kann eine gemeinsame Vertrauensbasis ermöglicht - und auch eingefordert werden“, so Hölker. Zudem betonte er die Notwendigkeit eines aktiven Personalmanagements im Unternehmen: „Unter diesem muss mehr verstanden werden als die Einstellung eines Lohnbuchhalters.“

Bei dem anschließenden Ausklang am Abendbuffet hatten die 75 interessierten Unternehmensvertreter Gelegenheit zum gegenseitigen Austausch und zum Gespräch mit den Referenten.

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