News-Details

Die Stimmung ist besser als gedacht

Rudolf Grobbel, Vorsitzender des Verkehrsvereins Schmallenberger Sauerland, hob in seiner Begrüßung die Bedeutung einer ausreichenden Fachkräfte-Verfügbarkeit hervor. Nur durch sie sei das vielfältige gastronomische Angebot vor Ort erst möglich. Um vorhandene Fachkräfte zu binden und neue zu gewinnen, war jedoch zunächst eine Ermittlung der aktuellen Situation vor Ort wichtig, damit geeignete Maßnahmen geplant werden, die den aktuellen Bedürfnissen gerecht werden. Frau Prof. Dr. Susanne Leder von der FH Südwestfalen stellte die zentralen Ergebnisse der Bedarfsanalyse vor, die im letzten Sommer sowohl bei Arbeitgebern als auch bei Arbeitnehmern durchgeführt wurde. Die hohe Rücklaufquote der Fragebögen zeigt, dass das Thema allen Beteiligten wichtig ist.

Hohe Zufriedenheit

Als zentrales Ergebnis aus Sicht der Mitarbeitenden hob Prof. Leder die hohe Zufriedenheit von 80 % hervor. Für eine noch höhere Arbeitszufriedenheit wünschen sich die Fachkräfte mehr Verbindlichkeit im Beruf, wozu sie feste Zuschlagsregelungen sowie zuverlässige Dienst- und Urlaubspläne zählen. Sie wünschen sich zudem eine bessere Verbindung zum jeweiligen Betrieb in Form von Team- und Mitarbeitergesprächen sowie internen Veranstaltungen und Weiterbildungen. „Das sind großartige Ergebnisse“, stellt Prof. Dr. Leder fest, „denn hier hat jeder Betrieb die Chance an seinen eigenen Stellschrauben zu drehen und die Chance zu nutzen, die Mitarbeitenden an sein Unternehmen zu binden.“ Der hohen Zufriedenheit steht das Image des Berufes gegenüber, das insgesamt 74 % der Befragten als schlecht einschätzen, deutlich negativer also, als das tatsächliche Empfinden der Mitarbeitenden.

Die Gastgeber selbst schätzen die Zufriedenheit ihrer Fachkräfte mit 93 % etwas zu hoch gegenüber dem tatsächlichen Wert ein. In ihren Betrieben gibt es bereits Maßnahmen, um die Zufriedenheit zu steigern. Dazu gehören beispielsweise verlässliche Urlaubspläne, Zeitarbeitskonten und Überstundenausgleich in Freizeit. Als Hauptproblem sehen die Arbeitgeber den Personalmangel, gefolgt von fehlender Qualifikation oder Motivation der Angestellten sowie in den Arbeitszeiten. Sie wünschen sich von ihren Mitarbeitenden vor allem Verlässlichkeit und Freundlichkeit, sowie persönliches Engagement und Pünktlichkeit. Detaillierte Ergebnisse zu weiteren Inhalten der Befragung sind im ausführlichen Ergebnisbericht nachzulesen, der in Kürze veröffentlicht und an die Betriebe und die Mitarbeitenden verteilt wird.

Workshop-Reihe für Gastgeber

Gefragt nach den Nachteilen ihres Berufes nennen die Mitarbeitenden die Arbeitszeiten, das Gehalt sowie erhöhter Arbeitsdruck zu Spitzenzeiten. Sie vermissen häufig die Wertschätzung für ihre Tätigkeit. Die jetzt beginnende Workshop-Reihe greift konkret diese Befragungsergebnisse auf und erarbeitet erforderliche Maßnahmen auf dem Weg zu einem wertschätzenden Miteinander. Die Gastgeber sind eingeladen, sich mit den Themen Arbeitgeberimage, Mitarbeitermotivation und -bindung sowie Wertschätzung und Anerkennung ganz konkret auseinanderzusetzen.

Als Referent für alle Workshops konnte Antonio Guida gewonnen werden. Er ist seit über 35 Jahren in verschiedensten Bereichen der Gastronomie und Hotellerie tätig und arbeitete in international renommierten Hotels in ganz Europa. Seit 2002 zeigt Guida im Rahmen seiner Unternehmensberatung machbare und individuell entwickelte Wege und Konzepte auf, die mittelständische Hotels erfolgreich und zukunftsfähig machen. Für das Projekt #G.A.S.T. hat er Workshops individuell entwickelt und auf die Fragestellungen zugeschnitten.

Weitere Angebote im Projekt

Projektleiterin Elke Spaller und die projektbegleitende Arbeitsgruppe werden zudem, auf Basis der Befragungsergebnisse, die noch angedachten Projektbausteine planen und in konkrete Angebote für Mitarbeitende der örtlichen Hotellerie und Gastronomie umsetzen. Ein angedachter Stammtisch für Mitarbeiter beispielsweise und andere Möglichkeiten der Vernetzung werden erstmal nicht angeboten, da das Thema in den Befragungsergebnissen als nicht wichtig eingestuft wurde. Als besonders wichtig erachtete Maßnahmen, wie z.B. Veranstaltungen zur überbetrieblichen Weiterbildung von Mitarbeitern und Auszubildenden, Exkursionen in die Region sowie eine Vorteilskarte werden hingegen in den kommenden Monaten geplant und umgesetzt.

Das Projekt #G.A.S.T.

Seit Mai 2018 beschäftigt sich das Projekt mit der Gewinnung und Bindung gut ausgebildeter Fachkräfte in den Bereichen Hotellerie und Gastronomie. Aktiv dem Fachkräftemangel gegensteuern ist die Prämisse, und gemeinsame Maßnahmen entwickeln, die beispielsweise eine optimale Ausbildung garantieren, die den vorhandenen Fachkräften Weiterbildung ermöglichen, besondere Wertschätzung und Angebote bieten, und natürlich Nachwuchs generieren können, sei es aus der Region oder auch überregional. Zu diesem Zweck hat sich, unter der Federführung des Verkehrsvereins Schmallenberger Sauerland als Projektträger und unter dem Dach des Schmallenberger Sauerland Tourismus ein Netzwerk gebildet, das das Vorhaben unterstützen wird. Zu den Projektpartnern gehören die Stadt Schmallenberg, der DEHOGA – Schmallenberg, Schmallenberg Unternehmen Zukunft (SUZ), Sauerland Tourismus sowie die Südwestfalen Agentur. Das Modellvorhaben ‚Land(auf)Schwung‘ des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) ermöglicht über 18 Monate die Finanzierung unterschiedlichster Maßnahmen zu diesem Zweck sowie die Bereitstellung einer Projektkraft zur Koordination.

Zurück