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Bilanz zum Ende des Ausbildungsjahres 2018/2019

Zum Abschluss des Berufsberatungsjahres 2018/2019 (Zeitraum Oktober 2018 bis September 2019) zieht die Agentur für Arbeit Meschede-Soest gemeinsam mit der IHK Arnsberg Hellweg-Sauerland und der Handwerkskammer Südwestfalen Bilanz:

2.032 Jugendliche waren im abgeschlossenen Ausbildungsjahr bei den Agenturen für Arbeit im Hochsauerlandkreis gemeldet, 88 junge Menschen oder 4,2 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Ende September suchten noch 77 von ihnen eine Lehrstelle für dieses Jahr. Auf der anderen Seite meldeten Arbeitgeber im HSK 2.291 Ausbildungsstellen, die in diesem Jahr zu besetzen waren. Das sind 23 Stellen oder 1 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. 260 Lehrstellen waren Ende September noch nicht besetzt.

„Pro Bewerber gibt es in diesem Ausbildungsjahr 1,13 Berufsausbildungsstellen. Bewerberinnen und Bewerber haben dadurch eine größere Auswahl als in Nordrhein-Westfalen oder im Bundesgebiet. Das ist aus Bewerbersicht günstig, deshalb ziehen wir für das Ausbildungsjahr 2018/19 eine positive Bilanz. Denn trotz rückläufiger Schulentlasszahlen hält sich die Anzahl der gemeldeten Bewerberinnen und Bewerber in der Berufsberatung im Vergleich zum Vorjahr auf einem sehr hohen Niveau“, stellt Oliver Schmale, Leiter der Agentur für Arbeit Meschede-Soest fest. „Erfahrungsgemäß sind zum Ende des Ausbildungsjahres leider nie alle Ausbildungsstellen besetzt und auch nie alle Bewerberinnen und Bewerber versorgt, da Angebot und Nachfrage aus berufsfachlichen, regionalen, qualifikationsspezifischen oder auch infrastrukturellen Gründen voneinander abweichen“, ergänzt Schmale. „Im Gegensatz zum Arbeitsmarkt können wir am

Ausbildungsmarkt keine Bremsspuren durch konjunkturelle Unsicherheiten beobachten. Obwohl das Ausbildungsjahr bereits begonnen hat, bestehen auch jetzt noch Möglichkeiten für Arbeitgeber und Bewerberinnen und Bewerber. Daneben können Arbeitgeber einmal mehr auf sich aufmerksam machen, indem sie über das Angebot von Praktika und Berufsfelderkundungen im Übergangssystem Schule und Beruf noch aktiver ihr Unternehmen und ihre Ausbildungsmöglichkeiten vorstellen.“

Die Situation am Ausbildungsmarkt im Hochsauerlandkreis hat sich nach Angaben der Industrie- und Handelskammer Arnsberg nach zwei starken Vorjahren bei den abgeschlossenen Ausbildungsverträgen etwas beruhigt. Bis zum 30. September 2019 konnten 1.183 Ausbildungsverträge neu eingetragen werden - ein Rückgang von rund 25 Verträgen (-2,9%) im Vergleich zum Vorjahr. „Nach Jahren der Steigerung macht sich nun der Rückgang von Bewerberinnen und Bewerbern bemerkbar, denn Ausbildungsangebote gab und gibt es seitens der Unternehmen genug.“, sagt IHK Hauptgeschäftsführerin Dr. Ilona Lange. Sie hofft, dass es noch gelingt den einen oder anderen offenen Ausbildungsplatz zu besetzen. „Wir schließen ein Ausbildungsjahr erst am 31.12. eines Jahres ab. Denn die Erfahrung zeigt, dass da immer noch Bewegung ist.“, so Lange. „Für die Unternehmen wird der weitere Rückgang an Bewerberinnen und Bewerbern zu einer immer größeren Herausforderung. Gerade der Karriereeinstig über eine Berufsausbildung bietet besonders gute Arbeitsmarktchancen. Noch zu wenige junge Menschen und ihre Eltern haben das im Blick“, so Dr. Lange.

Für die IHK-Chefin ist es wichtig, die enge Zusammenarbeit von IHK Arnsberg, Hellweg-Sauerland, der Handwerkskammer Südwestfalen und Agentur für Arbeit und weiteren Partnern bei Karriere-hier zu vertiefen. „Gemeinsam mit vielen weiteren Partnern werben wir mit karriere-hier.de intensiv für die Chancen unserer Region und auch die der beruflichen Bildung“. Nur sehr selten finde man im Land eine solch intensive Kooperation, sagte sie bei der Vorstellung der Zahlen am 21.11.2019 in Meschede. Ziel sei es, mehr junge Menschen die Möglichkeiten einer beruflichen Ausbildung als Karriereeinstieg aufzuzeigen. „Karriere-hier“ bietet Eltern und Jugendlichen Informationen über die vielfältigen Karrierewege, konkrete Ansprechpartner und aktuelle Veranstaltungen rund um das Thema Berufseinstieg über das Internet und die Lokalradios.

„Abitur und Studium sind keine Garanten für beruflichen Erfolg.“, weiß Lange. Eine berufliche Ausbildung und anschließende Weiterbildungsmaßnahmen können ebenfalls zum Ziel führen. Und jene, die sich dennoch zunächst auf ein Hochschulstudium einlassen und es dann wieder abbrechen, fangen IHK, Agentur für Arbeit und Kreishandwerkerschaft in dem Projekt „Spurwechsel“ auf. Dort werden zweifelnden Studenten und auch Studienabbrechern die beruflichen Alternativen in der Region aufgezeigt.

Zum Angebot in der Region gehören auch die IHK-Azubi-Finder, die sich um passgenaue Besetzungen offener Ausbildungsstellen kümmern sowie die Elternbotschafter. „Wir brauchen diese Maßnahmen, denn es geht um Perspektiven für junge Menschen und Unternehmen gleichermaßen“, betont Dr. Ilona Lange und weist darauf hin, dass in den nächsten Jahren 10-mal mehr qualifizierte Fachkräfte fehlen als Akademiker.

„Auch, wenn sich die Handwerkskonjunktur in Südwestfalen in diesem Jahr insgesamt leicht abgekühlt hat, hält der Bedarf des Handwerks an Fachkräften ungemindert an. Das zeigen die aktuellen Daten aus unseren Umfragen“, berichtet Ass. Meinolf Niemand, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Südwestfalen. „Eine der Wachstumsbremsen ist eindeutig das Problem, geeignete Mitarbeiter zu finden. Das gilt ebenso für den Bereich der Ausbildung. Noch immer sind Ausbildungsplätze in vielen Berufen verfügbar.“ Vor allem die Bau- und die Ausbauhandwerke suchen weiterhin dringend qualifizierte Mitarbeiter und motivierte Auszubildende. Aber: Auch durch gesunkene Schulentlasszahlen nahm die Anzahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverhältnisse zum Stichtag 30. September im Handwerk um 8,8 Prozent ab. Vor Jahresfrist gab es noch einen Zuwachs von 4,3 Prozent. „Offensichtlich übersehen immer noch viele Menschen – Schüler, Eltern und Lehrer – die enormen Karrierechancen im Handwerk. Deshalb steuern wir bereits seit Jahren mit unserem erfolgreichen ‚Team Fachkräftesicherung‘ dem Fachkräftemangel entgegen und machen deutlich, dass die guten Perspektiven sind breit gefächert sind: Die Aus-, Fort- und Weiterbildung im Handwerk schafft krisenfeste Qualifikationen, eröffnet ebenso wie die rein schulische Ausbildung den Weg an die Hochschulen und vor allem den Weg in die Selbstständigkeit.“ Gerade in den kommenden Jahren stellt sich für viele Betriebe durch die demografische

Entwicklung die Nachfolgefrage. „Da eröffnen sich im Handwerk enorme Chancen, die darauf warten, ergriffen zu werden“, unterstreicht Meinolf Niemand.

Auch nach dem Start der Ausbildungen im August und September müssen alle Reserven mobilisiert werden. Auch Jugendliche mit schwachem Abschluss brauchen nicht nur eine Chance, sondern werden am Arbeitsmarkt gebraucht. „Wir kennen die Herausforderungen bei schwächeren Jugendlichen, sehen aber auch den Bedarf der Unternehmen. Die Agentur für Arbeit hält daher eine Fülle an Förderinstrumenten vor, die Betriebe und Nachwuchskräfte nutzen können, damit die Ausbildung erfolgreich begonnen und auch beendet werden kann. Wir bieten zum Beispiel kostenlose Nachhilfe an, unterstützen mit der assistierten Ausbildung, ermöglichen Langzeitpraktika und finanzieren berufsvorbereitende Maßnahmen“, so Andreas Canisius, Teamleiter der Berufsberatung Hochsauerlandkreis.

Das Ausbildungsjahr 2019 / 20 hat bereits begonnen. Arbeitgeber als auch Bewerberinnen und Bewerber können folgende Kontaktdaten nutzen, um mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Arbeitsagentur in Kontakt zu kommen:

  • Ausbildungsbetriebe erreichen den Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit Meschede-Soest kostenlos unter der Durchwahl 0800/ 4 5555 20
  • Alle Bewerber für Ausbildungsstellen erreichen die Berufsberatung kostenlos unter der Durchwahl 0800/ 4 5555 00.

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